Sicherer Wasserspaß von Anfang an

Es gibt große und kleine Wasserratten. Doch viele Menschen unterschätzen die Gefahr von Wasser. Ertrinkungsunfälle geschehen überwiegend im eigenen oder im Garten von Nachbarn, im Planschbecken, im Gartenteich, in der Regentonne, in einem kleinen Bach oder Graben.  Ertrinken ist bei ein- bis fünfjährigen Kindern die häufigste und bei Fünf bis Zehnjährigen die zweit häufigste Todesursache. Darüber bin ich als langjährige Kursleiterin für Baby-& Kinderschwimmen und erfahrene Rettungsschwimmerin immer wieder erschrocken. 

Deshalb sollten Kinder egal in welchem Alter nie ohne Aufsicht am und im Wasser spielen. Eine frühe Wassergewöhnung fördert das Schwimmen lernen. Daher sollten Eltern schon mit ihrem Baby schwimmen gehen. Studien zeigen, dass regelmäßiges Babyschwimmen die Bewegungs- und Sinnesfähigkeit des Babys stimuliert und die geistige Aufnahmefähigkeit fördert.

Mit dem Erlernen von Schwimmtechniken hat Babyschwimmen allerdings wenig zu tun. Es ist eher eine Art Wassergymnastik für Babys und ihre Eltern. Im Mittelpunkt des Schwimmbadbesuches steht der Spaß und das Wohlfühlen im Wasser. Babys kennen keine Angst vor Wasser. Im Gegenteil dort erinnern sie sich an ihre Zeit im Mamabauch und können sich entspannen. Allerding gibt es kleine und große Wasserratten, daher planscht nicht jedes Kind direkt drauf los.

Ab dem zehnten Monat können Babys Schwimmflügel tragen. Voraussetzung hierfür ist, dass sie allein krabbeln und sitzen können. Erst dann hat der Schultergürtel ausreichend Stützfunktion und auch die Bauch- und Rückenmuskulatur helfen beim Gleichgewicht halten. Um das Wassergefühl zu fördern, sollte dein Kind nicht die gesamte Zeit mit Schwimmflügeln schwimmen, sondern sich auch mit dir gemeinsam durch das Wasser bewegen. Dadurch lernt es das Gefühl für den natürlichen Auftrieb im Wasser kennen. Eine spielerische Gewöhnung ans Wasser verleiht Kindern schnell Sicherheit im Element Wasser. Mit Spaß, ohne Druck und vielen verschiedenen Wasserspielen kannst du deinen Nachwuchs auch zum Schwimmen lernen motivieren.

Es gibt viele verschiedene Schwimmflügel, Schwimmnudeln, Schwimmwesten, Schwimmreifen etc.. Die Bezeichnung „Schwimmhilfe“ täuscht häufig über die tatsächliche Funktion der Produkte hinweg und gibt Kindern und ihren Eltern ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Besser ist der Begriff „Auftriebshilfe“. Die Schaumstoff- oder mit Luft gefüllten Produkte verhindern lediglich das sofortige Absinken des Kindes im Wasser und ermöglichen deinem Kind Spaß im flachen Wasser. Allerdings muss man beachten, dass es keine perfekte und sichere Schwimmhilfe gibt. Jede Schwimmhilfe hat ihre Vor- und Nachteile. Luftmatratzen und Wasserspielzeuge wie Schwimmreifen, Schwimmtiere und Wasserbälle gelten nicht als Schwimmhilfen – und halten die Kleinen nicht zuverlässig über Wasser. 

Wasser ist und bleibt gefährlich, selbst wenn man schwimmen kann.  Daher ist es wichtig, wenn man verschiedene Baderegeln berücksichtigt:

  • Schwimmflügel & Badetiere sind kein Schutz vor Ertrinken.
  • Kind am Wasser immer beobachten, keine Ablenkung durch das Handy.
  • Telefonnr. auf dem Kinderarm hinterlassen, bevor dein Kind spielt. Alternativ ein Telefonarmband kaufen! Dadurch kann die Suchzeit nach dem vermissten Kind verkürzt werden.
  • Mit dem Kind absprechen, was es macht, wenn es sich verläuft.
  • Nur ins Wasser springen, wenn es tief genug und frei ist.
  • Baden an Flüssen ist gefährlich. Dort können gefährliche Strömungen auftreten.

Ich wünsche euch eine schöne gemeinsame Wasserzeit.

 

Über die Autorin

Andrea Teichmann ist Gründerin von Aqua Fun Aktiv. Unter www.aquafunaktiv.de bieten Andrea und ihr Team Wasser-& Landkurse für Kinder, Schwangere und Familien an. 

Seit über zwanzig Jahren leitet Andrea als Fachübungsleiterin für Orthopädie, Aquagymnastik für Schwangere, Aquarückbildung und Gesundheitstraining für Kinder die verschiedensten Kurse, sowohl für Land-, als auch Wasserratten. Mit viel Freude gibt sie ihre Wasserbegeisterung an kleine und große Wasserratten weiter. Neben der Kursleiterseite kennt sie auch die Rettungsschwimmerseite, da sie schon lange in der DLRG als Rettungsschwimmerin ehrenamtlich arbeitet. Als vierfache Mutter versteht Andrea die Ängste und auch die Unsicherheit, die man mit einem Baby im Wasser hat.  In ihrem Elternratgeber Wasser-Wonne – Schwimmen mit kleinen und großen Babys verrät sie Tipps und Tricks, wie aus kleinen Wasserratten große Wasserratten werden.

Bildquellen: Arjen Mulder von Aqua Baby Deutschland und Tanja Deuß von Knusperfarben